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Autor Thema: Linky, neuer Stromzähler  (Gelesen 617 mal)

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Offline -Helmut-

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Linky, neuer Stromzähler
« am: 16. Mai 2020, 12:16:22 »
Hallo in die Runde.
Wie sieht es mit dem neuen Stromzähler aus, wer kann schon von Erfahrungen mit dem Gerät berichten?
Dieser Zählertyp soll ja in ganz Frankreich eingesetzt werden und schon seit 2014 teilweise schon installiert sein.

Soweit ich bisher recherchieren konnte, wird dieser Zähler bereits ab 1 Watt Stromverbrauch zählen und sogar die Blindleistung verrechnen. Zu erwarten sind somit höhere Stromkosten, weil Blindleistung nun mit verrechnet wird und Standbyverbrauch ab 1 Watt gezählt werden kann.

Vermutlich wird der Strompreis etwas höher als mit dem alten Ferrariszähler sein, weil diese neuen Zähler incl. Installation ja etliche Milliarden Kosten aufwerfen dürften.

Also, wer hat bereits diesen Zähler, wer kann egal was davon berichten?
Gruß Helmut
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Offline sable12

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #1 am: 16. Mai 2020, 17:46:38 »
Noch vor dem confinement war ich auf einer Anti-Linky Versammlung.....
Kann nur definitiv davon abgeraten werden.  Wir haben unseren EDF Kasten "dicht"gemacht (Stahlband) wobei der alte Zähler (Sommer 2014) nicht im Geheimen, ausgewechselt werden kann, da man dafür auf unser Grundstück müsste (Mauer, Tor zu)

Angeblich wird der Wechsel häufig durch Nicht-Fachleute durchgeführt..... Brände, Krebserkrankungen ......

http://refus.linky.gazpar.free.fr/ufc-deboutee-dec2017.htm

https://www.lejournaltoulousain.fr/societe/une-victoire-judiciaire-decisive-pour-les-opposants-au-compteur-linky-77736/

https://www.youtube.com/watch?v=7va2cJvcVXQ
« Letzte Änderung: 16. Mai 2020, 17:48:09 von sable12 »
Viele Grüße, sable12

Offline Ralph

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #2 am: 16. Mai 2020, 22:30:22 »
Die wechseln nicht im geheimen.
Es ist nicht Pflicht.
Wenn Du nicht wechselst mußt Du künftig fürs ablesen 85 € bezahlen.
Bei uns haben sie im Frühjahr dorfweise alle umgestellt.
War definitiv ein Fachmann - mit gutem Würth Werkzeug und Drehmoment Schraubendreher samt Sicherheitshandschuhen. Dauerte ca. 10 Minuten.
Tut was es soll....zählt ....
Ohne Tastendruck ist die Anzeige im Schlafmodus. Es blinkt nur eine Diode.
Wechsel war kostenlos....Preise unverändert.

Krebserregend ? Naja funkt halt mit WLAN ......denke da sind Handys schädlicher.
Aber das soll jeder selbst entscheiden.
Wird schwierig heute ohne Funkwellen zu leben.

Hier noch Infos auf deutsch : https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/frankreich-stattet-haushalte-intelligenten-stromzaehlern/
« Letzte Änderung: 16. Mai 2020, 22:44:18 von Ralph »
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.  Curt Goetz

Offline -Helmut-

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #3 am: 24. Mai 2020, 18:21:57 »
Interessante Betrachtung. Fachmann bin ich selbst und bei mir war kein Fachmann. ;-) Derjenige muss nicht mal Fachmann sein. Der macht die Sache Spannungsfrei, entfernt die Vorsicherung/en kann dann risikofrei arbeiten.

Welchen Tarif hast du, bzw ist in deinem Tarif die Umschaltung von HP auf HC Tarif noch funktionsfähig? Bzw hast du das kontrolliert, oder vertraust du nur darauf? Mein Linky schaltet zwar von HP auf HC in der Anzeige um, aber die vorher übliche Umschaltung mit einem Relais im Sicherungsverteiler funktioniert nun nicht mehr. Bzw das wurde von dem angeblichen Fachmann weder angesprochen noch geändert.

Das muss zwar noch lange kein Problem sein, wenn der Tarifstrom entsprechend verrechnet wird. Falls vorher ein Boiler nur dann geheizt hatte, wenn das Tarifrelais umgeschaltet hatte, wird dieses Relais nun nicht mehr bedient.

Okay, früher musste man zu diesem Relais noch andere Stromkreise zuschalten um z.B. Waschmaschine nachts billiger betreiben zu können. Das dürfte nun ohne Relais nutzbar sein, wenn das einkalkuliert wurde, man also kein Relais mehr benötigt für die Boilerumschaltung.

Somit macht EDF trotzdem gut Profit, weil nun der Boiler nicht mehr nur auf HC Betrieb geladen wird, es keine Tarifumschaltung für Boiler mehr gibt.
Hatte deinen Link vorher schon gefunden und gelesen.
Mir ist aufgefallen, dieser neue Zähler hat eine Überwachungsfunktion! Er überwacht regelmäßig den Stromverbrauch und schaltet den Strom ab, wenn die Tarifgrenze überschritten wird.
Das könnte zumindest nachts kritisch werden, wenn man aus dem Haus müsste um den Zähler zu resetten.

Richtig, das Ding zählt. Natürlich niemals zu ungunsten von EDF sondern nur noch zu besseren Konditionen als vorher.
in keinem Dokument fand ich Informationen, wie das mit der Boilertarifumschaltung funktionieren soll. Das war und ist vermutlich noch gängige Praxis im nur einphasigen TT Stromnetz in Frankreich. Mein Relais funktioniert seit neuem Zähler nicht mehr, und gesagt oder geändert hat dieser angebliche Fachmann auch nix.

Wie sieht das bei Dir oder Anderen aus? Hat wer Tarifumschaltung für Boiler und funktioniert das noch, wurde da etwas mit geändert? Mein Zähler zeigt zwar die Tarife und Zeiten weiterhin an, aber das Boilerrelais wird nicht entsprechend geschaltet. Entweder hat der Fachmann da etwas nicht richtig verschaltet, oder das Relais wurde überflüssig.
Es fehlt (mir) entsprechende Info. Werde wohl Enerdis kontaktieren müssen.

Euch möchte ich nur aufmerksam machen, falls es ähnlich unkorrekt ist, fachlich nicht richtig bearbeitet wurde!
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Offline Ralph

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #4 am: 25. Mai 2020, 02:38:11 »
wir hatten und haben Tarif „Base“.....
da kostet der Strom zu jeder Tageszeit dasselbe.
Von daher kann ich Deine Fragen leider nicht beantworten.
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.  Curt Goetz

Offline Marco

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #5 am: 27. Juni 2020, 12:32:12 »
Soweit ich bisher recherchieren konnte, wird dieser Zähler bereits ab 1 Watt Stromverbrauch zählen und sogar die Blindleistung verrechnen. Zu erwarten sind somit höhere Stromkosten, weil Blindleistung nun mit verrechnet wird und Standbyverbrauch ab 1 Watt gezählt werden kann.

Vermutlich wird der Strompreis etwas höher als mit dem alten Ferrariszähler sein, weil diese neuen Zähler incl. Installation ja etliche Milliarden Kosten aufwerfen dürften.

Wir haben Linky seit einem Jahr, vielleicht sogar schon länger. Er zählt und ist unauffällig, tut was er soll. Bei uns hat das augenscheinlich ein Fachmann gemacht. Ich habe mich nur kurz mit ihm unterhalten, er macht aber auf mich einen erfahrenen Eindruck. Austausch war schnell erledigt.

Unser alter Zähler war aus den 70ern und ich habe drei Phasen hier anliegen, weil wir auch eine Wärmepumpe betreiben. Auch beim alten Zähler sprang gelegentlich mal die Hauptsicherung raus, das haben wir beim Linky sogar eher seltener, kommt aber immer noch vor. Auf dem Linky kannst du nachher über das Display dann allerdings ablesen, weshalb er offline gegangen ist und wie dein Verbrauch war.

Dass er Leistungen ab 1W zählt kann ich weder bestätigen noch dementieren. Linky hat eine serielle Schnittstelle, die man selbst anzapfen kann, beispielsweise mit einem RasPi. Bei mir habe ich genau das dran und erhalte nun Live Daten direkt aus dem Linky. Die Zähler geben die Zählerstände auf die Wattstunde/Wh genau aus, wenn ich mich richtig erinnere, für dich aber evtl. wichtiger: Den aktuellen Verbrauch erhalte ich dort auf 10W genau, nicht auf 1W genau. Das niedrigste, was ich bei uns bisher beobachten konnte lag bei um die 400W, darunter kommen quasi nie.

Anhand der Daten kann ich mittlerweile für einige Geräte hier im Haus anhand der Kennlinien schon sagen, was das genau ist. Aber nur, weil ich die Geräte eben kenne und abgleichen kann. Ob ich das auch könnte, wenn ich nicht wüsste welche Geräte es hier gibt -> keine Ahnung.

HP/HC Tarif haben wir, eine Lampe zur Anzeige haben wir noch vom alten Zähler neben dran. Ich schau da aber zu selten drauf, als dass ich sagen könnte ob die Lampe nachts noch angeht. Die Umschaltung HP/HC funktioniert bei uns zuverlässig um 22:34 Uhr und 6:34 Uhr. Das kann ich ja live mit verfolgen, weil ich dann sehe welcher Zähler weiter läuft.

Ich wüsste auch nicht, weshalb sich das negativ auf den Strompreis auswirken sollte. Klar kosten die Zähler und die Installation erst mal Geld, aber wenn man sieht wie lange die laufen und dass man damit Einsparungen und Prozessverbesserungen erzielt, kann man das Geld nicht nur wieder rein holen, sondern vermutlich viel mehr als die Zähler kosten, wohlgemerkt, bei gleich bleibenden Einnahmen.

Wenn man seinem Stromanbieter nicht vertraut, kann man den Anbieter jederzeit wechseln. Es gibt andere Anbieter, die bessere Konditionen haben und ggf. sogar grüneren Strom liefern. Da ich aus dem Linky nun deutlich mehr Informationen bekomme, und das sogar in Echtzeit, war das für mich sogar ein echter Vorteil den Zähler getauscht zu bekommen.

Ich sehe nicht, womit man sich da verschlechtern sollte.

Viele Grüße,
Marco

Offline sable12

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #6 am: 30. Juni 2020, 23:52:13 »
85 Euro zahlen - fürs Ablesen ?   :nixwieweg:
Ich habe mich online angemeldet und lese (nachdem ich eine Infomail von EDF bekommen habe) selber ab und melde den Stand online.
2x im Jahr kommt jemand vorbei und kann (jetzt schon -unser Zähler wurde 2014 eingebaut) von Außen ablesen.

Und definitiv NEIN, der Linky ist keine Pflicht. Wir haben um unseren ein Metallband gespannt, obwohl mir unser Elektriker versicherte, dass unser vorhandener
gar nicht von Außen ausgetauscht werden könnte (Grundstück ringsherum dicht durch eine Mauer). Und aufs Grundstück muss man sie nicht lassen.
Viele Grüße, sable12

Offline -Helmut-

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #7 am: 01. Juli 2020, 12:28:06 »
Hallo Marco,
bei mir war einer dem irgendwer bei gebracht hat, wie der Zähler zu tauschen ist. Wir haben ja nur einen 1Phasenzähler, da ist das noch einfacher.
Der angebliche Fachmann konnte rein gar nichts fachlich erklären. Ich hatte mich Wochen vorher schon im Internet kundig gemacht über Linky. Wusste von daher, dass Linky selbst den Strom abschaltet, wenn der Stromverbrauch das Limit des Liefervertrages übersteigt.
Da Enderis in seinen Infos über Linky mitteilte, dass man jederzeit das Limit ändern lassen kann, und der nächst höhere Tarif genau so viel kostet, sagte ich dem Herrn, er solle von 6 KWH auf 9 KWH umstellen. Okay, macht er hieß es. Gemacht hat er es aber nicht, warum wohl.

Der Herr Fachmann konnte nicht erklären ob die Datenübertragung über Wlan oder internen Rundsteuersender läuft. Ob es irgendwelche nutzbaren Schnittstellen gibt, wusste er auch nicht. Wenn du mir erklären kannst wo diese serielle Schnittstelle abgreifbar ist, wäre ich dankbar.
Ich hatte vorher schon 15 Jahre oder länger einen selbst gebauten Microcontroller in Betrieb, der die Tarifumschaltzeiten und die jeweiligen Stromverbräuche loggte. Somit hatte ich Vergleichsmöglichkeiten ob korrekt angerechnet wird.

Im Dez. 2008 war die Abrechnung für eine komplette Woche falsch! Wegen Erneuerung der örtlichen Trafostation konnte nur Notstrom über einen Dieselgenerator geliefert werden. Es gab somit keine Tarifumschaltung, folglich wurde Wochenlang Hochtarif abgerechnet. Natürlich nicht nur bei mir, bei hunderten.

Linky wird produziert von einem Schweizer Hersteller. Linky kann den Blindstrom zählen und zählt den auch! Folglich wird die Stromrechnung mindestens um diesen vorher nicht verrechenbaren Betrag teuerer! Natürlich wird nie Alles publik gemacht, damit nicht etliche Centfuchser auf die Barrikaden gehen.
Auf meiner Rechnung für alten Ferrariszähler stand rund 8 Cent für HP Tarif. Auf der Rechnung für Linky stehen nun 11 Cent für HP.
Nun erzähle mir nicht, es gäbe keine Preiserhöhung.
Laut EDF bzw Enerdis sind für die geplante Umstellung auf Linky in Frankreich eine Milliardenzahl an Umstellungskosten genannt worden, die ich momentan nicht mehr weiß. Bekanntlich verschenkt kein Unternehmen etwas, also müssen diese Kosten irgendwie erwirtschaftet werden.

Rechnet man alleine den Gewinn über die Blindstrom-Erfassung, profitieren die Unternehmen alleine darüber schon. Motoren haben meist nur einen Wirkungsgrad von 60-70 %. D.H. es gab einen entsprechenden Blindstromanteil, der nun per Linky mit verrechnet wird!
Das Display zeigt natürlich nur das an, was der Kunde wissen darf. Weißt doch, kann man entsprechend programmieren.

So, wenn Du mir die Klemmen, oder Steckplatz (inclusive Belegung, falls es keine normale RS232 ist) für die serielle Schnittstelle mitteilen kannst, bitte ich darum.
Gruß Helmut
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Offline Ralph

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #8 am: 01. Juli 2020, 13:49:49 »
Und definitiv NEIN, der Linky ist keine Pflicht.

Das hat auch keiner behauptet
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.  Curt Goetz

Offline sable12

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #9 am: 03. Juli 2020, 14:17:58 »
Enedis behauptet das.......... und droht.......

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https://linky.mysmartcab.fr/
Viele Grüße, sable12

Offline Marco

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Re: Linky, neuer Stromzähler
« Antwort #10 am: 05. Juli 2020, 14:01:44 »
Der angebliche Fachmann konnte rein gar nichts fachlich erklären. Ich hatte mich Wochen vorher schon im Internet kundig gemacht über Linky. Wusste von daher, dass Linky selbst den Strom abschaltet, wenn der Stromverbrauch das Limit des Liefervertrages übersteigt.

...was ja auch sinnvoll ist, um beispielsweise Brand durch Kurzschlüsse zu verhindern. Nur wurde das vorher durch eine entsprechende Hardware in Form einer durchbrennenden Sicherung oder eines herausspringenden Hauptschalters übernommen und Linky kann das eben softwareseitig in Abhängigkeit des gebuchten maximalen Limits im Tarif.

Da Enderis in seinen Infos über Linky mitteilte, dass man jederzeit das Limit ändern lassen kann, und der nächst höhere Tarif genau so viel kostet, sagte ich dem Herrn, er solle von 6 KWH auf 9 KWH umstellen. Okay, macht er hieß es. Gemacht hat er es aber nicht, warum wohl.

Was könnte der Grund dafür sein ausser "vergessen"?

Bei meiner letzten Recherche hätte uns das Upgrade von kWh ein paar Cent mehr gekostet, weshalb ich nach wie vor bei 12 kVA bin. Wenn im Winter die Wärmepumpe läuft und zusätzlich genügend andere Geräte mit hohem Verbrauch an sind springt die Hauptsicherung schon mal. Das war aber vorher auch so. Und Linky scheint das auch sehr träge zu handhaben, d.h. ich kann sogar mehr als die gebuchten 12 kVA ziehen und er springt nicht sofort, sondern scheinbar erst nach einer Weile raus. Ich habe das nicht ausführlicher getestet, aber man kann den maximalen Verbrauch hinterher ja abrufen und der lag bei mir auch schon mal bei 13,5 kVA nachdem der Strom getrennt wurde.

Der Herr Fachmann konnte nicht erklären ob die Datenübertragung über Wlan oder internen Rundsteuersender läuft. Ob es irgendwelche nutzbaren Schnittstellen gibt, wusste er auch nicht. Wenn du mir erklären kannst wo diese serielle Schnittstelle abgreifbar ist, wäre ich dankbar.

Die Datenübertragung läuft meines Wissens nach direkt über das Stromnetz und im Falle von Störungen über eine eingebaute Mobilfunkverbindung. Da die Reichweite für die Übertragung übers Stromnetz aber recht begrenzt ist, wird wohl von Linky zu Linky die Abrechnungsinformation weitergeleitet, so dass in einem Gebiet eine entsprechende Dichte an Linky Zählern herrschen muss, damit die Infos beim Konzentrator ankommen, von wo sie dann digital ins Abrechnungssystem gelangen. Daher wird das heute möglicherweise noch nicht überall so sein und behelfsweise mehr über GSM/Mobilfunk gehen.

Ein WLAN kommt nicht zum Einsatz. Das ist für solche Anwendungen einfach nicht geeignet weil es eine zu geringe Reichweite und Störanfälligkeit hat. Davon abgesehen kann man WLANs im Vergleich zu den anderen Technologien auch relativ leicht manipulieren.

Wogegen ist man eigentlich, wenn man gegen den Einsatz von Linky ist? Die Frage ist ernst gemeint. Ich verstehe es nämlich wirklich nicht. Strahlung? Überwachung? Das ist nicht mehr und nicht weniger als das, was man heute sowieso schon an Informationen oder Strahlung hat.

Auf der französischen Wikipedia gibts dazu auch recht umfangreiche Informationen: https://fr.wikipedia.org/wiki/Linky


Ich hatte vorher schon 15 Jahre oder länger einen selbst gebauten Microcontroller in Betrieb, der die Tarifumschaltzeiten und die jeweiligen Stromverbräuche loggte. Somit hatte ich Vergleichsmöglichkeiten ob korrekt angerechnet wird.

Im Dez. 2008 war die Abrechnung für eine komplette Woche falsch! Wegen Erneuerung der örtlichen Trafostation konnte nur Notstrom über einen Dieselgenerator geliefert werden. Es gab somit keine Tarifumschaltung, folglich wurde Wochenlang Hochtarif abgerechnet. Natürlich nicht nur bei mir, bei hunderten.

Laut dem Wikipedia Artikel kann ein Linky bis zu 7 Verbraucher darüber Informieren, welcher Tarif gerade anliegt, um eine Tarifabhängige Schaltung zu ermöglichen. Interessant wäre das bei mir ggf. auch, dann könnte ich unseren Warmwasserboiler auch damit steuern. Hab mich aber damit noch nicht näher beschäftigt.

Linky wird produziert von einem Schweizer Hersteller. Linky kann den Blindstrom zählen und zählt den auch! Folglich wird die Stromrechnung mindestens um diesen vorher nicht verrechenbaren Betrag teuerer! Natürlich wird nie Alles publik gemacht, damit nicht etliche Centfuchser auf die Barrikaden gehen.
Auf meiner Rechnung für alten Ferrariszähler stand rund 8 Cent für HP Tarif. Auf der Rechnung für Linky stehen nun 11 Cent für HP.
Nun erzähle mir nicht, es gäbe keine Preiserhöhung.

Was pro KWh abgerechnet wird hat doch nichts mit dem Zähler zu tun. Dein Zähler zählt und gibt die gezählten Werte an die Abrechnung weiter. Dort kommt der Preis pro kWh aus deinem gewählten Tarif dran und darüber erhältst du die Rechnung. Linky hat nichts damit zu tun, ob du 8 oder 11 Cent pro kWh abgerechnet bekommst. Möglicherweise hast du das Upgrade von 6 auf 9 doch bekommen, jedoch nicht kostenlos? Dein Limit müsste auf der Rechnung zu sehen sein.

Laut Tariftabelle bei der EDF wird für ein höheres Limit auch ein höherer Arbeitspreis pro kWh fällig. Das war der Grund, warum ich von einem Upgrade abgesehen habe: https://particulier.edf.fr/content/dam/2-Actifs/Documents/Offres/Grille_prix_Tarif_Bleu.pdf

Laut EDF bzw Enerdis sind für die geplante Umstellung auf Linky in Frankreich eine Milliardenzahl an Umstellungskosten genannt worden, die ich momentan nicht mehr weiß. Bekanntlich verschenkt kein Unternehmen etwas, also müssen diese Kosten irgendwie erwirtschaftet werden.

Der wirtschaftliche Sinn ist ja auch da. Nur dass der nichts mit höheren Stromkosten zu tun hat.

Rechnet man alleine den Gewinn über die Blindstrom-Erfassung, profitieren die Unternehmen alleine darüber schon. Motoren haben meist nur einen Wirkungsgrad von 60-70 %. D.H. es gab einen entsprechenden Blindstromanteil, der nun per Linky mit verrechnet wird!
Das Display zeigt natürlich nur das an, was der Kunde wissen darf. Weißt doch, kann man entsprechend programmieren.

Verstehe ich nicht. Das was auf dem Display steht ist das was nachher auf deiner Rechnung auftaucht. Kannst du doch ganz einfach nachvollziehen.

Deiner Annahme zufolge müsste deine Stromrechnung ja bei gleicher Nutzung um 10-30% erhöhen. Ist das denn so?

So, wenn Du mir die Klemmen, oder Steckplatz (inclusive Belegung, falls es keine normale RS232 ist) für die serielle Schnittstelle mitteilen kannst, bitte ich darum.

Ich habe bei mir einen Raspberry Pi genommen, das UTInfo Modul fertig bestellt (kann man aber auch leicht selbst bauen). Infos zum selbst bauen und auch zum Kauf des UTInfo Moduls findest du unter http://hallard.me/utinfo/. Das UTinfo steckt jetzt einerseits per USB am Raspi, andererseits mit zwei Drähten am Linky. Am Linky gibt es zwei Kunststoffabdeckungen die mit einer großen Kunststoffschraube befestigt sind. Eine der beiden Abdeckungen ist verdongelt, die andere kann geöffnet werden. Unter der, die geöffnet werden kann, findet man eine Klemmleiste mit drei Anschlüssen. Zwei dieser drei Anschlüsse sind ein serieller Ausgang, der auf einen Optokoppler gelegt werden kann. Das kommt dann an das UTInfo Modul oder den selbstgebauten Koppler. (https://www.jonathandupre.fr/articles/24-logiciel-scripts/208-suivi-consommation-electrique-compteur-edf-linky-avec-raspberry-pi-zero-w/).

Das verwendete TIC Protokoll in dem die Daten ankommen ist beispielsweise hier https://www.enedis.fr/sites/default/files/Enedis-NOI-CPT_54E.pdf dokumentiert.

Auf dem Raspberry läuft dann ein selbstgeschriebenes Programm, das über /dev/ttyUSB0 mit dem UTinfo Modul redet und dort die Daten abgreift. Diese wiederum versende ich über das interne WLAN an meine Smart Home Zentrale und kann es dort auswerten oder Dinge in Abhängigkeit davon steuern. Da sehe ich alle paar Sekunden den aktuellen Stromverbrauch, auch auf Phasen aufgetrennt, wenn ich das möchte.

Die Software, die ich zum Auslesen verwende habe ich auf github stehen: https://github.com/marcogabriel/python-teleinfo - allerdings noch in einer der ersten Versionen. Das aktualisiere ich in den nächsten Tagen mal, vielleicht kann es jemand brauchen. Mittlerweile habe ich die Software so erweitert, dass sie als Daemon unter systemd läuft und die ausgelesenen Daten in eine InfluxDB schreibt sowie per MQTT an einen MQTT-Broker versendet. Den Teil habe ich aber noch nicht veröffentlicht. Aber auch das kann ich gerne tun.

Update vom 07.07.20: Die Software habe ich unter https://github.com/marcogabriel/utinfo2mqtt mittlerweile hochgeladen.

Viele Grüße,
Marco
« Letzte Änderung: 07. Juli 2020, 12:06:58 von Marco »