Wohnen und arbeiten in Franreich

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Wohnen und arbeiten in Franreich
« am: 22. September 2008, 12:46:54 »
Hallo Grenzgänger Gemeinde,

ich wohne zurzeit in Forbach und habe mein dt. Studium gerade abgeschlossen.
Da ich gerade eine Arbeit suche stellen sich mir folgende Fragen:


1. Wenn ich in Frankreich lebe und ihn dt. arbeite, habe ich bei einem Brutto Gehalt von 3000€ ca. 2130€ Netto.
   laut    http://www3.finances.gouv.fr/calcul_impot/2008/simplifie/index.htm
   Hoffe ich habe es richtig ausgerechnte.
   Bin single, keine Kinder, 24 Jahre jung :-)

2. Wenn ich einen Job in Frankreich annehme, verliere ich dann denn Grenzgänger Status? Denn dann arbeite und wohne ich ja in Frankreich!
    Wenn dem so ist wie kann ich dann mein Netto Gehalt berechnen?

Was bekomme ich Netto raus wenn ich 3000€ Brutto in Frankreich verdiene??

Wäre nett wenn mir das jemand ausrechnen würde.


Danke im vorraus

ps: klasse Forum!!!!!!!!!!!!!

Offline Ralph

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Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #1 am: 22. September 2008, 17:45:35 »
schnelle Antwort:

Genausoviel..... (Steuern meine ich natürlich)

Der Steuersatz ist der Gleiche nur die Bruttogehälter wahrscheinlich kleiner als in D (aber Geld ist ja nicht alles....)
Die Sozialabgaben sind etwas nierdriger als in D.

Gruß Ralph

PS: Grenzgänger ist man natürlich nicht wenn man in F wohnt und arbeitet

Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #2 am: 22. September 2008, 23:13:34 »
hallo,

gravierende Unterschiede F-D gibt es in deinem Beispiel nicht. So knapp 70€ monatlich, die du in F weniger hättest.

Also dein Fall: brutto monatlich 3.000, alleinstehend, ohne Kinder, du wohnst in F.
Variante1, du arbeitest als Grenzgänger in D, Sozialabgaben in D, Steuern in F;
Variante2, du arbeitest in F, kein Grenzgänger, Sozialabgaben und Steuern in F.

Bei mir sieht die Rechnung grob so aus:

zu1
Jahresbrutto 36.000  - deutsche Sozialabgaben 7.200 (rund 20% )  = 28.800.  Diesen Betrag bekommst du von deinem deutschen Arbeitgeber im Jahr ausbezahlt. Denselben Betrag nimmst du auch zur Berechnung deines steuerpflichtigen Einkommens in F.  Also im Onlinerechner einzutragen 'ligne AJ'. Der errechnet dann 2.468 an Steuern. Was netto bleibt sind 28.800 – 2.468  = 26.332 im Jahr.

zu2
Jahresbrutto 36.000  - französische Sozialabgaben 7.920 (rund 22%*)  = 28.080.  Diesen Betrag erhältst du vergleichsweise von deinem französischen Arbeitgeber.   Hier ist allerdings mehr steuerpflichtig, nämlich ca. 29.100.  Darauf anfallende Steuern 2.549.   Das Netto wäre dann  28.080 – 2.549  =  25.531.

Soweit die Zahlen.
Was man jedoch schlecht vergleichen kann, sind die Sozialleistungen. Ein französischer Arbeitgeber zahlt für dich höhere Beiträge in die Sozialsysteme ein als ein deutscher.
Die Arbeitslosenversicherung in F leistet mehr als in D.
Über Krankenversicherung mag man streiten.
Jedoch die Rentenversicherung ist unschlagbar. Hier ist in deinen Beiträgen bereits eine Zusatzversicherung enthalten, die du in D noch extra bezahlen müsstest.

Grüße
 
*berechnet für die Departements Alsace und Moselle mit ihren erhöhten Krankenkassenbeiträgen.

Offline Ralph

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Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #3 am: 23. September 2008, 09:19:12 »
Hallo Pifolog,

woher hast Du denn die Sätze ?
Meine Frau zahlt hier in F wesentlich weniger Sozialversicherung als in D.

Der Vergleich hat trotzdem den kleinen feinen Haken - in F verdienst Du i.d.R. weniger als in D. Sonst gäbe es ja auch nicht soviele Grenzgänger.

Gruß Ralph

Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #4 am: 23. September 2008, 12:44:07 »
Hallo Ralph, hallo Pifolog,

erstmal danke für die schnellen Antworten.

Das ich in Frankreich auch 3000€ brutto bekommen würde steht fest. Hab es mit dem Chef so abgemacht.

Ich dachte bisher immer das ich in Frankreich weniger Sozialabgaben zahlen müsste?!
Wie kommst du auf die 22 %?

Noch eine wichtige Frage:
Falls ich den Job in Frankreich annehme, darf ich dennoch zu einem Dt. Arzt(z.b. Zahnarzt) gehen? Klar wenn es ein Notfall ist und ich gerade in Dt. bin, komm ich logischer weise ins dt. Krankenhaus, aber wie siehts denn aus wenn es kein Notfall ist?!

@Pifolog

Wieso ist die Rentenversicherung in Frankreich besser als in dt.?

Grüße andy


Offline ~Pero~

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Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #5 am: 23. September 2008, 13:51:16 »
Also wenn du in FR wohnst und sozialversichert bist,
dann hast im Falle des Falles Pech, musst in FR zum Arzt.

Und da haben die noch stumpfe Mehrweg-Spritzen, wie in DE vor 50 Jahren, der Zahnarzt betreibt seinen Bohrer noch mit einem
Fussschwungteller, und im Krankenhaus gibts nur 20-Personen-Liege-Säle....

Grins   O0 :eijoo:

Nee - im Ernst.

Nach Aussage meiner nichtfranzösischen Zusatz-Versicherung, gab es mal vor kurzem eine WHO-Studie zur Gesundheitsvorsorge,
da lag Frankreich auf Platz 3 und Deutschlands Platzierung war dick 2-Stellig.

Mit meinem Zahnarzt in FR war ich bislang sehr zufrieden, beim Allgemein-Mediziner war ich noch nicht.
Im Krankenhaus in Schirmeck, war ich mal als Unfallpatient, das war auch problemlos.

LG
Pero

Re: Wohnen und arbeiten in Franreich
« Antwort #6 am: 23. September 2008, 23:23:38 »
hallo,
 
in F gelten doch folgende Sätze bei den Sozialabgaben für 'normale' Arbeitnehmer (pas cadre)

Arbeitslosenversicherung 2,4%
Krankenversicherung 2,35% (aktuell Lothringen)
..gerechnet vom Brutto

Rentenversicherung  6,65% 
Zusatzrente 3,0% (+8% von der Differenz zum Brutto)
AGFF 0,8%
..gerechnet vom Plafond 2773 mtl. x 12 = 33276

CSG/CRDS 8%
..von 97% vom Brutto = 34920

(+ ein paar Euro zusätzlich Diverses)


Wenn man genau rechnet kommt man dann auf fast 23% Arbeitnehmeranteil.

(Einen Überblick über die Sätze in deutscher Sprache gibt es bei www.botschaft-frankreich.de
Suchbegriff: Sozialabgaben.)

Zur Rente.
In der Variante 1 gibt es die deutsche Rente mit dann 67 Jahren. Basis ist deutsches Netto, etwa 1800€(?). Die Rentenerwartung liegt so bei  65%. Das wären dann 1170€ monatlich.
Variante 2 bringt die französische Rente 3 Jahre früher. (40 Beitragsjahre, also mit 64 Jahren)
Basis ist das Brutto, also 3000 mtl. Davon wären vorsichtig 73% zu erwarten, also 2190€ monatlich.
Fazit: 1000€ Rente mehr im Monat und das 3 Jahre früher.

Natürlich weiß man nicht, was sich alles in den nächsten 40 Jahren ändern kann. Nur ist diese Rechnung auf der aktuellen Basis gemacht worden.

Ein Tipp für andy: man kann in F auch Arbeitsverträge über Netto-Bezahlung abschließen. Das Risiko steigender Sozialabgaben trägt dann der Arbeitgeber. (Netto in F heißt: Brutto minus Sozialabgaben. Die Steuern werden nicht berücksichtigt und müssen selbst getragen werden.)

Grüße

 

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