Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen

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Hallo,

leider konnte ich trotz googeln keine wirklich aussagekräftige Antwort finden. Deshalb mein Hilfegesuch an
dieses Forum.

Ich würde gerne nach F in Grenznähe zum Saarland ziehen. Jedoch bekomme ich keinen Grenzgängerstatus, da mein
Arbeitgeber in Hessen seinen Sitz hat. Ich bin Berater und sowieso ständig unterwegs in ganz D. Deshalb
hoffe ich auf die 183 Tage Regelung. Nach meinen Berechnungen würde ich >183 Tage in Frankreich sein, da
ich oft Freitags Homeoffice mache und 37 Tage Urlaub habe. (52 Wochen mal 3 sind 156 + 37 = 194 Tage +
Feiertage).

Wie ist das nun steuerlich? Für mich ergibt ein Umzug nach F nur Sinn, wenn ich dort auch mein Einkommen versteuern
kann.

Danke schonmal!

Grüsse
Tom

Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #1 am: 30. Mai 2009, 02:10:42 »
Hallo,

zum besseren Verständnis der Regelung mit den 183 Tagen übersetze ich mal frei aus dem 'Doppelbesteuerungsabkommen':

Du versteuerst dann in Frankreich, wenn
Du Dich in Deutschland insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Steuerjahrs aufhältst,
und die Vergütungen von einem Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht Deutschland ansässig ist,
und die Vergütungen nicht von einer Betriebstätte oder einer festen Einrichtung getragen werden, die der Arbeitgeber in Deutschland hat.


Es sind also alle 3 Bedingungen zu erfüllen, um in F zu versteuern. 183 Tage Frankreich allein reichen nicht.  Leider.

Grüße

Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #2 am: 30. Mai 2009, 10:28:13 »
Danke! Genau bei dem Punkt war ich mir etwas unsicher, weil es für mich von logischen Gesichtspunkten nicht ganz in Ordnung. Man würde ja eher annehmen wo man wohnt, dort versteuert man. Also macht es wohl kaum Sinn nach F zu ziehen, wenn man sowieso in D Lohnsteuer bezahlen muss. Schade.

Offline Dori

Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #3 am: 31. Mai 2009, 11:10:02 »
Hallo,

also es ist so, wenn du als Berater unterwegs bist und du kannst dir deine Termine selbst legen, lege immer einen innerhalb der Grenzzone. Egal wo du vorher unterwegs warst. Dann zählt nämlich der komplette Tag so als wärst du nur innerhalb der Grenzzone tätig. D.h. somit versteuerst du in F.
Wenn ich mich richtig erinnere sind es 43 Tage die du außerhalb der Zone arbeiten darfst.
Ich hoffe du konntest es einigermaßen nachvollziehen was ich schrieb.

Viele Grüße
Dori

Offline Ralph

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Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #4 am: 31. Mai 2009, 13:20:04 »
Hallo Dori,

es sind 45 Tage ---- aber ganz so einfach wie Du es schreibst ist es leider nicht. Es muß schon auch einer Steuerprüfung standhalten können.
Der beste Ansprechpartner für diese Frage ist ein Steuerberater . Und selbst unter denen gibt es zu diesem Thema auch keine eindeutigen Meinungen.

Im Übrigen Tom - erlaube mir den Hinweis - gibt es sicherlich auch andere (sinnvollen) Gründe nach Frankreich zu ziehen als nur wegen der Steuer. Mich frustrieren solche Aussagen immer wieder und ich verstehe dann auch wenn sich die "Franzosen" gegenüber uns Deutschen etwas distanziert verhalten (um das mal vorsichtig auszudrücken). Aber das ist meine persönliche Meinung.....

Gruß Ralph
« Letzte Änderung: 31. Mai 2009, 13:22:53 von Ralph »
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.  Curt Goetz

Offline Dori

Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #5 am: 10. Juni 2009, 19:28:04 »
Hallo Ralph,

ich weiß wovon ich spreche, es betrifft mich selbst!!!
es ist schon sehr kompliziert da hast du recht. deshalb kommt es auch immer auf den einzelnen Fall darauf an.
Ich selbst hatte keine Steuerprüfung oder ähnlich, ich habe alles ganz normal abgegeben wie jeder "normaler" Grenzgänger der z.b. einen festen Arbeitsplatz hat.
Bisher gab es noch nie Probleme.

Viele Grüße
Dori

Re: Wohnen in F - Arbeiten in D - mehr als 30 km dazwischen
« Antwort #6 am: 14. Juni 2009, 18:06:24 »

es ist schon sehr kompliziert da hast du recht. deshalb kommt es auch immer auf den einzelnen Fall darauf an.


Hallo Dori, genau so ist es.
Und zum Glück haben wir diesen einzelnen Fall konkret.
So hatte BleedingHeart geschrieben:
„Ich bin Berater und sowieso ständig unterwegs in ganz D“.

In ganz D, ständig. Also Frankfurt, München, Dresden, Berlin, Hamburg, Köln usw.
Du empfiehlst ihm, täglich einen Termin innerhalb der Grenzregion zu legen.
Aufschreiben kann er ja viel. Aber wie sollte er das auch realistisch geschafft haben?
Zurecht hat Ralph deshalb angemerkt, dass das dann auch einer eventuellen Steuerprüfung standhalten muss. (Auch beim Arbeitgeber, der da zudem mitspielen muss)
Zur Begründung führst Du Deine persönliche Situation an  'Ich selbst hatte keine Steuerprüfung oder ähnlich'.
Ist denn Dein Fall identisch mit dem von BleedingHeart? 
Wenn ja, ...pschschsch..., wenn nein,  ...idem  ;)

Grüße

 

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