Zugfahren in Deutschland und Frankreich

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Offline +Hägar+

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Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« am: 04. Februar 2011, 21:03:02 »
Zugfahren in Deutschland und Frankreich (aus: Deutsche in Frankreich)

In unserer heutigen vernetzten (und zumindest in Europa grenzenlosen) Welt, verliert man manchmal den Blick dafür, dass es trotz aller Annäherung, Normierung und Vereinheitlichung doch noch immer viele Unterschiede zwischen den Staaten gibt. Zugegeben muss man manchmal schon sehr genau hinschauen, bis einem diese Unterschiede wirklich auffallen.
Bahn und SNCF: gemeinsame Projekte trotz unterschiedlicher Konzeptionen

Einer der einfachsten Wege nach Paris und Frankreich im Allgemeinen zu kommen bleibt sicher die Schiene. Damit das auch so bleibt, investieren sowohl die Deutsche Bahn als auch die französische Bahngesellschaft SNCF seit vielen Jahren in den Ausbau der schnellen und bequemen Reisewege ins Nachbarland, ICE und TGV verbinden Städte in Deutschland und Frankreich mehrmals am Tag. Aber dennoch sind die Bahnnetze in beiden Ländern sehr verschieden konzipiert. Zum Beispiel wenn es um die Gleisangaben an den Bahnhöfen geht.

Gleisangaben in Deutschland und Frankreich

In Deutschland sind wir es gewohnt immer schon ein Jahr im Voraus genau zu wissen, wo welcher Zug um wie viel Uhr an welchem Gleis planmäßig einfährt. All diese Informationen werden jährlich in den aktuellen Fahrplaninformationen und an den gelben Abfahrtsplänen an jedem Bahnhof (und sei er noch so klein…) bekannt gegeben. Das deutsche Schienennetz ist nicht zentralistisch aufgebaut wie in Frankreich, daher muss man auf weiteren Reisen oft mehrmals umsteigen. Genau in diesem Fall ist es also von Vorteil, sich schon im Vorfeld orientieren zu können. Allerdings hat dieses vorhersehbare “perfekte System” auch zur Folge, dass es sehr häufig (jeder Vielfahrer wird das bestätigen können) zu Gleisverlegungen kommt – und dann ist natürlich alle Vorbereitung dahin. Aber auch daran sind wir in Deutschland ja gewöhnt. Sobald ein Zug in einem Bahnhof verspätet ein- oder ausfährt, werden auch die nachfolgenden Züge beeinträchtigt, müssen warten – oder eben auf andere freigewordene Gleise ausweichen. Und immer dann ertönt eine mehr oder weniger gut verständliche Stimme aus dem Lautsprecher, die den Fahrgästen mitteilt “Meine Damen und Herren an Gleis 5, bitte beachten Sie den Gleiswechsel…”.

Dieses Problem kennen die Franzosen so nicht. Die Sichtweise der SNCF, den Französischen Eisenbahnen, geht von der Prämisse aus, dass es sowieso immer zu Verschiebungen kommen wird, warum also Gleisverlegungen in Kauf nehmen, wenn man sie von Anfang an vermeiden kann? Daher wird in Frankreich das Gleis erst 20 Minuten vor Abfahrt angekündigt, wenn endgültig feststeht, wo der Zug tatsächlich einfahren wird. Diese Konzeption klingt im ersten Moment sehr einleuchtend, hat aber wiederum eigene Schwächen.

Wie in einem Karambolage am Bespiel der *deutschen Reisenden in Paris verdeutlicht, kann diese späte Ankündigung auch zur Folge haben, dass man genauso zum eigenen Gleis und dem reservierten Wagen hetzen muss, wie in Deutschland, wo man das Gleis unter Umständen noch einmal wechseln muss. Daran sieht man, dass es das “perfekte System” nicht gibt. Umso schöner, dass trotz der verschiedenen Ausgangssituationen solch erfolgreiche Kooperationen zwischen Deutschland und Frankreich möglich sind.

...nur fledermäuse lassen sich hängen...

Offline edgard

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Re: Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« Antwort #1 am: 11. April 2011, 13:10:31 »
Ich bin bisher in Frankreich gern mit dem Zug gefahren. Verspätungen gab es dabei nie.

Eines hab ich am Fahrkartenautomat im Elsass jedoch nicht gefunden:
Darf man im Zug sein Fahrrad mitnehmen und kostet das ggf. Aufpreis?
Sapere Aude!

Re: Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« Antwort #2 am: 12. April 2011, 18:10:51 »
Hi Edgard,

Habe selten so einen schwachsinnigen wie überflüssigen Artikel gelesen und ich kann dir als täglicher Zugfahrer im Elsass sagen, dass die Unterschiede zwischen DB und SNCF marginal sind. Auch im Elsass kommt es zu plötzlichen Zugausfällen und -verspätungen.
Nun zu deinem Anliegen:
Die gesuchten Informationen findest du auf der Internetseite der SNCF sowie häufig auch in den gedruckten Fahrplänen.
Hier der Link: http://www.ter-sncf.com/Regions/alsace/Fr/TER_Pratique/Default.aspx
Dort steht unter "Comment voyager en TER avec mon vélo ?" alles Notwendige.

Gruß, Dieter

Offline edgard

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Re: Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« Antwort #3 am: 12. April 2011, 21:13:05 »
Hallo Dieter,

das hatte ich gesucht - Danke! Mein Französisch ist leider noch rudimentär - aber soweit ich verstanden habe ist die Mitnahme kostenlos, nur Montags bis Freitags 6-8:30 und 16-18:30 nicht und nur soweit genug Platz ist.
Da ich gern mit meiner Frau mal eine Radtour am Wochenende machen und dafür den Zug von Drusenheim nach Lauterbourg nehmen möchte dürfte es kein Problem sein.

Meine "Bahnkenntnisse" stammen noch von meiner Zeit in St. Nazaire, und da waren die Züge überpünktlich und deutlich billiger als eine vergleichbare fahrt mit der DB - wenn ich recht erinnere von Paris nach St. Nazaire (rd 400 km) im TGV etwa 65 Euro, Platzreservierung inklusive - ohne ging garnicht. Für die Strecke Peine-Baden Baden (Knapp 500km) lege ich im Normalpreis fast das Doppelte hin - ohne Platzreservierung, aber Verspätung inklusive.

Auch finde ich die Bahnhöfe hier durchweg besser - ich habe hier noch keinen Bahnsteig ohne Unterstellmöglichkeit gesehen, die Fahrradboxen finde ich sehr gut gemacht, auch die Anzeigebildschirme sind OK.

Grüße aus Drusenheim,

Edgard
Sapere Aude!

Offline Ella

Re: Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« Antwort #4 am: 14. Dezember 2012, 15:22:22 »
Ich war genau vor einem Monat in Frankreich und ich habe sehr viel mit meiner Freundin mit dem Zug gereist. Und ich muss sagen, dass reisen mit dem Zug in Deutschland viel besser ist als drüben. Vor allem weil die Franzosen überhaupt nicht pünktlich sind... Ich liebe Frankreich und alles was damit zu tun ist, aber in Sachen Pünktlichkeit und Ordnung müssen die noch was von den Deutschen lernen. Der Zug ist enweder gar nicht eingetroffen und hatt  sich sehr verspätet. Und was die Sicherheit in Frankreich angeht - hier wünscht sich auch vieles besser werden. Denn Randalismus und Diebstahl sind keine Seltenheit mehr. Aber ich lieber Frankreich trotzdem und gehe im Frühling noch mal hin. Da will ich unbedingt nach Lyon, Toulouse, Canne, Nizza und Monte Carlo ))) glg und ein schönes WE!

Offline edgard

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Re: Zugfahren in Deutschland und Frankreich
« Antwort #5 am: 15. Dezember 2012, 21:19:33 »
Hallo Ella,
auf welche Strecken bezieht sich Deine Erfahrung?
Ich denke es gibt da wohl auch Unterschiede.

Ich bin bis jetzt in F noch nicht wieder Bahn gefahren. Hatte man geplant mit der Bahn von Drusenheim nach Wissemburg - aber das geht Fahrplanmäßig nicht wirklich, leider.
Sapere Aude!

 

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