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Autor Thema: RENTENPOLITIK - Massenstreik gegen Sarkozy legt Frankreich lahm  (Gelesen 2041 mal)

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Massenstreik gegen Sarkozy legt Frankreich lahm   (Focus: 14.11.07)

In Frankreich hat die massivste Streikwelle seit einem Jahrzehnt begonnen. Bei der Bahn rollen kaum noch Züge, in Paris steht die Metro. Energieversorger, Staatstheater und Studenten schlossen sich dem Arbeitskampf an, der möglicherweise Tage dauert. Er gilt der Rentenpolitik von Präsident Sarkozy.

Paris - Schon seit gestern Abend stehen die Züge im Fernverkehr.

Laut der Bahngesellschaft SNCF fahren nur noch rund 20 Prozent der Züge. Der Streik ist unbefristet, möglicherweise dauert er bis zum Wochenende. Heute früh schlossen sich die Mitarbeiter der Pariser Metro dem Arbeitskampf an. Mit der Ausnahme auf einer Linie sollen alle Züge ausfallen. Auch die Energieversorger GDF und EDF werden seit heute bestreikt. Die Beschäftigten kündigten an, dass sie den Büros der konservativen Regierungspartei UMP den Strom abschalten wollten. Außerdem sind "Robin-Hood-Aktionen" geplant wie die Aufnahme der Stromversorgung für Haushalte, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen konnten.
 
Bei der Comedie Francaise und der Pariser Nationaloper wurden die Vorstellungen für heute abgesagt. Wegen der geplanten Kürzungen öffentlicher Mittel für die Universitäten sprachen sich gestern auch die Studenten an 26 der 85 Hochschulen in Frankreich für Streiks aus. Damit könnte der Ausstand der größte in Frankreich seit mehr als einem Jahrzehnt werden.

Unmittelbar vor dem Beginn hatte sich Präsident Nicolas Sarkozy mit den Chefs der betroffenen Unternehmen zu einem Krisengipfel getroffen. Ein Nachgeben schloss er aber kategorisch aus. "Nichts wird mich davon abbringen", sagte Sarkozy. Arbeitsminister Xavier Bertrand vereinbarte jedoch Gespräche mit den Gewerkschaften.

Ein Kernpunkt seiner Politik ist eine Rentenreform im staatlichen Sektor, wo die Beschäftigten deutlich früher in den Ruhestand gehen können als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Dieses Privileg will Sarkozy abschaffen, weil seiner Darstellung zufolge sonst die Pensionen bald nicht mehr zu bezahlen sind. Die Eisenbahner hingegen argumentieren, dass das niedrige Rentenalter eine Entschädigung für die ihrer Meinung nach geringe Bezahlung und die belastenden Arbeitszeiten sei.

ler/Reuters/AP



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