Banking in Frankreich
Ja der Zahlungsverkehr in F ist für uns Deutsche in der Tat ungewöhnlich.
Internetbanking ist in F wirklich nicht so verbreitet, viele können mit diesem Ausdruck auch nichts anfangen, aber es wird von fast jeder Bank angeboten, von einer "Öffnungszeit" habe ich noch nie was gehört. Ist in meinen Augen ein Armutszeugniss der CM. Ich selbst bin bei der Banque national de Paris (BNP Paribas) von der CM habe ich Abstand genommen, weil mir die Preise nicht gepaßt haben, der Vorteil der CM liegt aber daran, das sie auch deutsche Verträge haben. Da I-Banking bei der BNP funktioniert einwandfrei und ist ständig geöffnet. Der Funktionskomfort ist allerdings bei weitem nicht so groß wie bei deutschen Banken. Beispielsweise lassen sich Auszüge nur max. 4Wochen zurückverfolgen. Also dringend exportiern z.B. xls Format o.ä. Auslandsüberweisungen sind auch nicht möglich, daher halte ich mein franz. Konto klein. Es ist leichter etwas von D nach F zu transferieren.
Soviel aus meiner Sicht zum I-Banking, ich versuche mal die anderen Zahlungsmöglichkeiten zu listen.
- Der gute alte Scheck, er ist bei uns außer bei Firmen fast ausgestorben, in Frankreich ein noch heute übliches normales Zahlungsmittel.
- EC- Karte (deutsche) wird in nahezu 90% aller Geschäfte genommen. Es sind einige wenige die nur franz. Karten akzeptieren, aber dazu gehören viele Tankstellen z.B. die bei den Großmärkten wie -SUPER U- oder -Champion-. Die Leute die das nicht wissen verursachen dann immer einen sonntäglichen Stau an unseren Tankstellen und stehen ratlos vor dem Zapfhahn. Mich amüsierts immer und außerdem gings mir am Anfang genauso. Habe da auch schonmal ausgeholfen, d.h. habe mir bares geben lassen und dann für die "armen" Leute mit meiner "Carte bleu" getankt.
- I-Banking ist oben erklärt.
- Jetzt das Highlight, für mich immer noch sagenumwoben, das -RIB- "Releve d'Identite Bancaire". Es ist im Grunde nichts anderes als ein Zettel, in dem deine Bankdaten stehen, diesen fügst du einer Rechnung bei z.B.: Stromrechnung, die muß man unterschreiben (nicht den RIB) und zurückschicken. Damit erteilt man quasi dem Rechnungssteller die Erlaubniss die Summe der Rechnung vom Konto abzuheben. Es ist zwar einem Scheck im Verhalten ähnlich, aber es ist kein Scheck. Ich selbst weigere mich vehemend diese Zahlungsmitte zu verwenden, obwohl es sehr verbreitet ist.
von Deutzose aus dem Forum
NEU:
Ich möchte meine Erfahrungen mit der frz. Bank aufschreiben, da diese so ganz anders ist als oben angegeben. Weiß aber nicht, ob ich das Obige einfach ändern soll. Ich denke, im Wiki sollte ein gültiger Status quo als Info für Neue stehen. Soll der Admin bitte entscheiden, was hier steht.
Ich habe mein Konto bei der Crédit Agricole in St. Avold. Alles, was bei einer deutschen Bank (z. B. Deutsche Bank oder Commerz) möglich ist, gibt es auch dort. Internet-Banking funktioniert perfekt, sehr viel übersichtlicher als z. B. das Angebot der Deutschen Bank! Vieles ist bei der FR Bank kostenlos, was in D Geld kostet. Beispiel: Ein (nicht per I-Banking einrichtbarer) EU-Dauerauftrag (1 x monatlich) vom D Konto zum FR Konto kostet 18 Euro jeden Monat (Deutsche Bank) bzw. 15 Euro jeden Monat (Commerzbank)! Ich mache es daher umgekehrt wie oben angegeben und halte mein deutsches Konto möglichst klein!
- Schecks sind ein (noch) gebräuchliches, kostenloses Zahlungsmittel in FR.
- Anders als in D ist die Kreditkarte und die Bankkarte in FR nicht getrennt (ich habe z. B. eine Eurocard der Crédit Agricole, mit der ich auch kostenlos Bargeld vom Geldautomaten bekomme, Kontoauszüge drucke und die ich auch als Geldkarte aufladen kann). Praktisch und günstiger als in D!
- Gerade den scheinbaren Nachteil des RIB sehe ich als Vorteil. Eine deutsche Einzugsermächtigung wird vom Kontoinhaber an den Einzieher erteilt. Dieser darf dann vom Konto einziehen (die Bank setzt ein Einverständnis des Kontoinhabers voraus). Verhältnismäßig oft werden dann aber auch Beträge eingezogen, die nicht eingezogen werden sollen. So kommt es zu dem sog. "Protest", dem mit hohen Kosten verbundenen Zurückbuchen des Einzuges.
Wer führt schon genau Buch, wem er wann in welchem Formular Einzugsermächtigung erteilt hat??
Das Abzeichnen einer Rechnung und beilegen eines RIB betrifft genau die Rechnung, die ich auch zahlen möchte. Ich könnte auch einen Scheck beilegen, richtig. Beides finde ich eine für mich sichere Art der Zahlung und kostet mich nur eine Briefmarke!