Grenzgaenger Forum

Autor Thema: Drehstrom  (Gelesen 252 mal)

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Offline Dragonvamp

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Drehstrom
« am: 20. November 2020, 20:02:25 »
Hey hey,

Kennt sich zufällig jemand mit Drehstrom aus?

Wir sind in ein anderes Haus umgezogen. Dort wurde 2016 die komplette Elektrizität erneuert. Weg von 380 Volt auf 220 Volt.

Da wir dort eine große Scheune haben, würde mein Freund gerne eine Hebebühne installieren. Dafür benötigt er allerdings 380 Volt.
Nun kommt ab dem Kasten auf dem Dachboden aber nur noch 220 an.

Wie müssen wir nun vorgehen, wenn wir aufrüsten wollen? Hat da jemand Erfahrung?

Grüße

Offline -Helmut-

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Re: Drehstrom
« Antwort #1 am: 21. November 2020, 04:45:31 »
Ja, zufällig kennt sich einer mit Dreh- bzw Kraftstrom aus.
Ich würde vorerst von einem Irrtum oder besser gesagt Messfehler deines Freundes aus gehen.
Es gibt seit den siebziger Jahren bzw lange davor schon keine 380 und 220 Volt mehr, sondern 400 und 230 Volt.

Beschreibe mir doch bitte mal die Übergabestelle zu den Vorsicherungen, oder liefere Bilder, ein Bild.
Wir haben hier in Frankreich das sogenannte TT-Netz, welches bedeutet es kommt vom Netzbetreiber-Trafo ein 4 adriges Kabel zum Sicherungsverteiler, oder falls der Stromzähler davor befindlich dort hin. Und von dort geht es 4 adrig zum Sicherungsverteiler.

Freund sollte nochmal messen. Zuerst von Phase zu Phase. Dabei sollten jeweils immer 400 V Wechselspannung angezeigt werden. Es müsste also 3 mal jeweils 400 Volt zu messen sein. Die vierte Ader ist die Erde vom Trafo. Sie kommt somit mit den 3 Phasenadern ins Haus, bzw bis zum Sicherungsverteiler.
Dort am Sicherungsverteiler ist diese Erd-Ader mit dem Fundamenterder des Hauses verbunden.

Von dieser Erd-Ader ist zu jeder Phasenader, -anschluss genau 230 oder zwischen 230 und 250 Volt zu messen. Prüft das mal, berichtet.
Ich vermute mal, die Hebebühne hat einen 5 poligen CEE Stecker. Schaut bitte auf den Motor bzw die Motoren die die hebebühne bedienen, ob dort auf dem Typenschild als Betriebsspannung 400 V oder 230 V steht.

Falls dein Freund Fragen hat, wie das Gegenstück zum Hebebühnen CEE Stecker angeklemmt sein muss, fragt nochmal. Üblich sind bei Bühnen deutscher Fertigung 5 polige CEE Stecksysteme, also ist dort Neutralleiter und Schutzleiter separat vorhanden. Im französichen TT-Netz gibt es nur 4 Adern, somit keinen separaten Neutralleiter. Das muss anschlusstechnisch beachtet werden.

fazit: Zuerst Einspeisepunkte messen. Es sollten 3 mal 400 V von Phase zu Phase zu messen sein, und 3 mal 230 V von jeweiliger Phase zum Erdungsleiter.
Wenn das passt, ist der Anschluss zur Hebebühne zu beachten. Diese ist normal 5 Adrig angeschlossen, ihr habt aber nur 4 Adern.
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Offline spirou

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Re: Drehstrom
« Antwort #2 am: 21. November 2020, 08:00:58 »
Hallo,

in F ist 230 V standard. Fast kein Haushalt hat Drehstrom, auch die Herdplatten laufen auf 230 V, vielleicht kochen deshalb soviele in F mit Gas?
Du kannst problemlos Drehstrom bei ES beantragen, du mußt dann aber ein neues Kabel vom Dachständer zum Sicherungskasten ziehen lassen und einiges im Sicherungskasten umbauen. Ich hab das vor 10 Jahren machen lassen wegen der neuen Wärmepumpe.
Das ist nicht grade billig und auch die Stromtarife ändern sich.
Da würd ich mich besser nach Alternativen umsehen. Gibt es keine Hebebühnen die mit 230V laufen oder umbauen, Herdplatten kann man ja auch umbauen von 400 auf 230 V. Ober einen Stromagregator kaufen und in die Scheune stellen?

Grüße

Offline Dragonvamp

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Re: Drehstrom
« Antwort #3 am: 21. November 2020, 09:02:30 »
Hallo Spirou,

Danke, kann ich dich fragen was du dafür zahlen musstest? Was konntest du selbst machen und was musste es machen? Inwiefern ändert sich der Tarif, also preislich?

Ne leider nicht. Alternativen sind alle nicht so toll und die Bühne besitzt er bereits. Stromgenerator war wohl auch gleich wieder aus dem Kopf verschwunden, auf Grund der Lautstärke :(

Danke dir

Offline -Helmut-

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Re: Drehstrom
« Antwort #4 am: 21. November 2020, 13:49:20 »
Es gibt durchaus Wohngebäude mit Kraftstrom-Einspeisung. Ist zwar seltener, aber oft dort anzutreffen, wo keine Gas oder Ölheizung exisitiert.
Grundsätzlich hat kein einziger Elektroherd eine 400 V Kochplatte, es sind immer 230 V Kochplatten.

Ich fragte nicht umsonst, was auf dem Typenschild vom Hebebühnenmotor an Spannungswert(en) steht. Eventuell ist die Bühne auch mit 230 V zu betreiben.
Drehstrom vom Dach oder über Bodenkabel ist erkennbar an dem Zuleitungskabel. Das ist bei Drehstrom 4 adrig, bei 230 V nur 2 adrig.
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Offline Dragonvamp

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Re: Drehstrom
« Antwort #5 am: 21. November 2020, 14:03:02 »
@ Helmut, leider nein, die ist nicht auf 230 zu betreiben. Wurde bereits vorher gecheckt. Typenschild kann ich dir grad keines geben bzw. nachlesen, da diese vorerst eingelagert ist.
Aber die ist definitiv nur auf drehstrom bedienbar.

Nein, die alten Leitungen wurden 2016 im Zuge der Sanierungen komplett entfernt. Man sieht dies vereinzelt noch, befreundeter Elektriker hat sich das angeschaut, ab dem Kasten auf dem Dachboden läuft definitiv nur noch 230

Offline -Helmut-

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Re: Drehstrom
« Antwort #6 am: 21. November 2020, 14:35:40 »
Tja, ich habe leider angenommen, bei euerem Umbau 2016 sei auf Drehstrom umgerüstet worden. Du sprachst ja auch von Drehstrom.
Wie sieht es denn auf dem Dach im Zusammenhang mit Zuleitung von Dach zu Dach aus? Sind dort 4 oder mindestens 3 Kabel zu sehen, oder nur 2?
Diese Frage geht in Richtung Umrüsten auf Drehstrom.
Es wäre einfacher und kostengünstiger, wenn auf dem Dach bereits Drehstrom vorhanden ist. EDF bzw Energis hat kaum Lust, etliche Kabel über die Dächer neu zu verlegen, weil nur ein Haushalt Drehstrom möchte.

Tja, die Hebebühne wird wohl für Drehstrom ausgelegt sein, weil Drehstrom in Deutschland die übliche Netzform ist. Bühne umbauen ist zwar möglich, aber nicht billig. Erkundigt Euch mal, was Drehstrom kosten würde, ob sich das wegen Bühne lohnen könnte. Umrüsten ist seitens EDF machbar, kostet etwas mehr Tariflich.
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Offline spirou

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Re: Drehstrom
« Antwort #7 am: 22. November 2020, 08:45:37 »
Hallo,

ich finde leider die Rechnung nicht mehr, ist dann schon über 10 Jahre her, weil ich alles 10 Jahre lang aufbewahre, dann kommts weg.
Es waren jedenfalls über 2000 €uro, das weiß ich noch. Es muß halt der Dachständer angezapft werden mit einem neuen Kabel, das geht immer, denn es gibt ja auch Firmen, die am selben Kabel hängen, dann muß der Sicherungskasten umgebaut werden, dann kommt einer von ES und nimmt das ab und verplombt den kleinen Kasten mit der Panzersicherung wieder.
Schließlich brauchst du auch noch eine Steckdose, also 5-adriges dickes Kabel in die Scheune legen und die Steckdose dran.
Du kommst dann in einen anderen Tarif ob der Strom mehr kostet weiß ich nicht mehr, ich glaube nicht. Das Abonnement ist jedenfalls deutlich teurer.

Grüße