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Autor Thema: Photovoltaik in Frankreich  (Gelesen 166 mal)

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Offline Alexander Scheufens

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Photovoltaik in Frankreich
« am: 09. Oktober 2020, 23:18:50 »
Hallo zusammen, ich habe mich hier jetzt angemeldet mit der Hoffnung einige Informationen zu bekommen.
Es geht darum, das ich mich für Photovoltaik interessiere.
Wir wohnen in Seltz im Elsass.
Bei dem Stromanbieter Es Energies habe ich angerufen, die sagen ich daef das Material nur bei Ihnen kaufen und auch nur von denen installieren lassen. Nur dann darf ich Stein einspeisen und verkaufen.
Als Beispiel, die haben mir ne Anlage mit 8kw ohne Acku angeboten für 18.000€ inkl. Installation.
Das finde ich viel zu teuer.

Gestern habe ich mit einem anderen Elektriker gesprochen der auch PV Anlagen anbietet im Elsass, der sagt das ist Schwachsinn, die wollen eben nur selbst das Geld verdienen. Er kann das auch verkaufen und installieren.
Er sagte mir was von 12.000€ für eine 3Kw Anlage ohne Acku. Das ist mir auch viel zu teuer.
Ich beschäftige mich seit der ganzen Weile mit dem Thema und in Deutschland ist das viel günstiger. Ich weis nicht wieso das in Frankreich alles so teuer ist.

Wenn man Strom selbst verbraucht und den Rest verkauft bekommt man aktuell 0,10€ je kw und man bekommt ne kw Anlagengeöße ne Prämie verteilt auf die ersten 5 Jahre.
Wenn man komplett alles verkauft bekommt man knapp 0,16€ je kw.

Am liebsten würde ich all das Material was ich brauche in Deutschland kaufen und alles selbst installieren. Inkl. Speicheracku.
Laut der Dame von Stromwerk geht das, aber dann darf ich nur Eigenverbrauch abdecken und kein Strom verkaufen.
Laut dem anderen Installateur darf man das nicht selbst machen.
Mein Architekt sagt man braucht für eine PV Anlage auch eine Baugenehmigung.
Er meint man kann alles selbst installieren.

Hat jemand von euch in den letzten Monaten vielleicht solch eine Anlage verbaut bzw. verbauen lassen und kann mir Infos geben zu Preisen, Installateur usw.

Übrigens
Wir verbrauchen ca 3800kw im Jahr.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge dazu.

Gruß
Alex

Offline -Helmut-

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Re: Photovoltaik in Frankreich
« Antwort #1 am: 12. Oktober 2020, 18:50:58 »
Naja, ob meine Beiträge gerne gelesen werden, bleibt fraglich. ;-)
Ich hinterfrage zu gerne und einiges mehr als andere Personen. Das wäre noch nicht schlimm.
Schlimm wird es meist, wenn Leute meine Worte eigenartig interpretieren, bzw ich nicht so konform argumentiere, wie etliche es erwarten.

Zur Sache, zum Thema.
Schon mal selbst angefangen zu rechnen? Was kostet aktuell eine KWh, was bekäme man für seine "sehr teuere Investition" im Verhältnis?
Angenommen es werden fürs KWh aktuell 12 Cent berechnet, ein KWh von einer Photovoltaikanlage bringt 10 Cent ein, wann würde sich dann eine Investition
von 12000 Euro bezahlt machen? Wie alt wäre die Anlage, ab der sie nur mal rein rechnerisch Profit abwerfen könnte? Na?

Interessant ist sowas doch nur für Unternehmer, Unternehmen, die etliches von der Steuer absetzen können. Oder die sowas quasi aus der Portokasse
bezahlen können. Ich habe zwar bei einem großen Unternehmen gearbeitet, das wäre nie auf die Idee gekommen, Photovoltaik zum Eigenbedarf zu verwenden.
Da ginge es um ganz andere Dimensionen. ;-) Da sind 3800 KWh im Jahr geradezu lächerlich, da fallen pro Tag eine riesige Menge mehr an.

Interessant ist nebenbei, einige meiner Nachbarn stellen um von Heizöl auf Gas. Keiner käme auf die Idee, in ein BHKW zu investieren. Ein Blockheizkraftwerk kann gleichzeitig zweierlei! Heizen und ne Menge Strom erzeugen, gleichzeitig.
An solcherlei denkt kaum jemand, erkundigt sich kaum jemand.

Interessant ist doch, wenn ein sehr großer Betrieb schon Fernwärme bezieht und Großabnehmer von Stromenergie ist, plante und baute dieser Betrieb ein Blockheizkraftwerk. Sowas scheint sich eher zu rentieren als dieser Unfug mit Photovoltaik.

Zurück zum rechnen. Mal erkundigt wieviele Sonnenstunden im Jahr es im Verhältnis zu den Gesamtjahresstunden in der Region gibt? Welches Verhältnis ist das, Gesamtjahresstunden zu evtl erreichbaren Sonnenstunden im Jahr? Wie groß dürfte der tatsächliche Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage sein? Na?
Glaube nicht den Angaben der Verkäufer, die lügen gerne 20 oder gar mehr Prozente hinzu, sonst würde das keiner kaufen wollen.
Vergessen darf man die Akkus nicht, die ja nachts oder zu Zeiten ohne Sonne die Energie liefern sollten. Wie groß müsste also die Akkukapazität sein, wenn man die Gesamtjahreszeit ins Verhältnis zur Sonnennutzungszeit einbezieht? Vergessen darf man dabei nicht, es muss ja immer sinngemäß mehr Ladeenergie verfügbar sein, als verbraucht wird. Es müsste also viel viel besser bzw genauer gerechnet werden, was kaum jemand macht!

Hinzu kommt Akkus verschleißen genau so wie Solarzellen. Dies müsste zusätzlich einkalkuliert werden. Insgesamt wäre das eine große Rechnerei, und wenn man das richtig angehen würde, bekäme man schnell kaum noch Lust auf solcherlei Investitionen.

Zurück zur Alternative BLHKW. Um das zu kalkulieren müssten ähnliche Berechnungen gemacht werden. Wird nur in Heizperioden geheizt oder wegen Brauchwassererwärmung das ganze Jahr. Welche Heizleistung wäre nötig, welche elektrische Leistung wäre "nebenbei" zu gewinnen. Welcher Strombedarf würde da tagtäglich gedeckt sein, welche Investitionen und Betriebskosten hätte man damit. Wäre demnächst sowieso eine neue Heizung angesagt, sollte man nicht wie die Allgemeinheit nur in Richtung Gasheizung denken.

Ich habe hier nur gedankliche Vorschläge gemacht, bzw so einige Aspekte genauer hinterfragt.
Klar ist nun, es wäre einiges zu überlegen und zu berechnen. Nur dann bitte nicht einfach auf Bierdeckel nach Überschlagprinzip, sondern bitte genauer.
Wem nun mein sinngemäßes hinterfragen nicht gefallen hat, sollte es sich einfach machen, nicht weiter drüber nachdenken, nicht unnötig aufregen. ;-)
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Offline Matthias#28

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Re: Photovoltaik in Frankreich
« Antwort #2 am: 19. Oktober 2020, 11:03:23 »
Hier kann man sich einige Anlagen anschauen: https://home.solarlog-web.fr/plants.html?c

Ich habe Fotovoltaik und Solarthermie auf dem Dach. Ich hatte damals allerdings viel Glueck, den mein Vertrag laeuft 20 Jahre mit 58 Cents/kWh.
Kurz nach meinem Vertragsabschluss haben sie die Saetze massiv reduziert :rolleyes:.
Ich habe Paneele drauf, die machen 3 kWp, Sued Dach mit 45Grad und mache ca. 3.800kWh = ca. 2.200 Euro pro Jahr Strom den ich an ES verkaufe.
Die Installation hat ca. 10.000 Euro, nur Voltaik, gekostet. Die Installation durfte damals nur von einem dafuer zugelassenen Elektriker gemacht werden, und ich musste es durch einen Pruefer von der ES abnehmen lassen.
Mein eigener Strom-Bedarf liegt bei ca 1.200 Euro pro Jahr.
(Mein Waermebedarf wird von ca. Mitte Feb bis meist Ende Nov fast komplett durch die Thermie gedeckt).
Dadurch war die Anlage nach dem 5ten Jahr bezahlt, und die naechsten 15 Jahre mache ich im Schnitt pro Jahr 800 Euro gut.

Ich glaube nicht, dass sich dieser Invest bei den niedrigen Foerdersaetzen heute noch rechnet.
gruss Matthias