Deutsche Steckdosen in F einbauen?

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Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« am: 27. August 2007, 22:18:23 »
Hallo,

wir sind gerade dabei, unser frisch gekauftes Haus in Frankreich zu renovieren. Unter anderem wollen wir auch neue Steckdosen einbauen. Da es diese in deutschen Baumärkten günstiger gibt, folgende Frage:

Kennt sich jemand aus - darf man deutsche Steckdosen in Frankreich einbauen oder nicht?

Danke im Voraus!

Der Kembser

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #1 am: 28. August 2007, 08:42:22 »
Hallo Kembser,

om man es darf, weiß ich nicht, ich denke dass weiß bestimmt Pit57  ;/
Ich hab bei mir alles mit deutschen Steckdosen gemacht.
Soweit ich weiß darf man im Haus machen was mann will, wichtig ist aber, das dein Verteilerschrank und der Anschluss nach
Franz. Norm gemacht werden muss.
Aber wie gesagt, 100% sicher weiß ich es nicht.

Gruß

Antonino

Offline +Hägar+

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Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #2 am: 28. August 2007, 10:06:37 »
hallo,
es ist so wie antonio geschrieben hat. ich hab im haus auch deutsche steckdosen, aber der verteilerkasten und anschluss ist französisch. muss sein bei der abnahme der edf.
lg blue
...nur fledermäuse lassen sich hängen...

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #3 am: 28. August 2007, 10:24:29 »
Hallo,

das installieren von deutschen Steckdosen wird wohl ein Problem werden.
Denn normalerweise verwenden die Franzosen für die Steckdosen-Stromkreise immer mindestens 2,5 qmm und für Last-Steckdosen 4 oder gar 6 qmm.

2,5 qmm an deutsche Steckdosen anschließen mag vereinzelt zwar gehen, ist aber nicht der Hit. Und ob da dauerhaft gute Verbindung besteht?

Ich hab zwar bei mir vereinzelt auch deutsche Steckdosen gesetzt und angeschlossen.
Aber du solltest mal die Vorteile der französischen beachten, denn einen Verpolungsschutz und besseren Schutz über Erde findest du bei deutschen Steckdosen nicht.
Außerdem haben alle franz. Steckdosen die Kindersicherung.

Alles in Allem also eine Menge Vorteile gegenüber dem gewohnten Popelkram von deutschen Steckdosen.
Die Franzosen haben vieles besser durchdacht. Z.B. schalten Sicherungsautomaten zweipolig ab.

Im Zuge der sowieso anstehenden Europanorm werden sich die Deutschen schwerer tun als die Franzosen. Denn für mich sind die franz. Konzepte glaubhafter usw.

Also Summa Summarum kannst du in deinem Haus schon deutsche Steckdosen setzen. Diese sind ja in Deutschland üblich und zugelassen.
Nur, sollten mal Unfälle auf deine deutschen Dosen zurück zu führen sein, wird es versicherungsrechtlich problematisch werden.
Ich hab deutsche Steckdosen nur dort wo es Sinn macht oder unbedingt nötig ist.

Um was geht es dir eigentlich genau?
Willst du nur vereinzelt deutsche Steckdosen setzen oder die ganze Hausinstallation damit durchführen?
Wenn letzteres gilt, dann überdenke nicht nur die Steckdosen-Geschichte sondern auch die Verkabelung.

Wie gesagt, die Franzosen verkabeln Steckdosen mit 2,5 qmm und versorgen diese grundsätzlich über Rohre.
Das verlegen von Kabeln in der Wand ist hier nicht üblich.

Du hättest also ein bissel mehr zu beachten, als nur die Steckdosen.
Denk auch daran, Sicherungsautomaten zweipolig. Ist üblich, ist Vorschrift und sinnvoll.
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #4 am: 28. August 2007, 13:12:32 »
hallo Toyotafan,

ich habe auch kompl. neue Leitungen gelegt, da manche Kabeln etwas schwach waren, hatte nicht einmal Starkstrom für den Küchenherd, da Gasküche beim Vorbesitzer.
Wie gesagt, hab deutsche Steckdosen und kpl. neue Kabeln gelegt, da ich auch mehr Steckdose gesetzt habe, als vorher vorhanden waren.

@Kembser
wenn du vorhast neue Dosen zu setzen, musst du halt überprüfen, ob du auch evtl. neue Leitungen ziehen musst oder ob die vorhandenen in Ordnung sind. Du kannst ja schauen, welche Leitungen vorhanden sind und ob die mit den deutschen Steckdosen
kompatibel sind.

Gruß

Antonino


Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #5 am: 28. August 2007, 13:13:41 »
Hallo Ralph,

wie deine Steckdosen waren eh nur mit zwei Leitungen angeschlossen?

Hast du einen Uraltbau geordert in dem es keinen Schutzleiter und keinen FI gab?

Seit einiger Zeit ist glaube ich in Frankreich ein Haupt-FI vorgeschrieben und realisiert.
Finde ich persönlich sehr gut gelöst.
Ist zwar für schutzisolierte Geräte nicht notwendig, aber die meisten großen Energie-Fresser (Waschmaschine und CO) sowie alle Steckdosen sollten per FI gesichert sein.

In Deutschland sind FI noch nicht generell bei Neubauten vorgeschrieben.
Gute Installationsbetriebe empfehlen es aber meist.
Hier ist es in Bauten ab einem mir nicht bekannten Baujahr üblich, sodass ich von Vorschrift ausgehe.

Wer es genauer wissen will und gut in französischer Sprache und Schrift ist, kann sich ja mal ans Forum von www.electys.com wenden.
Ich gehe mal davon aus, dort sind Leute aus dem entsprechenden Arbeitsgebiet vorhanden und können Fragen beantworten.
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #6 am: 28. August 2007, 14:44:08 »
Hallo Ralph,

so gings mir ungefähr auch wie dir mit dem entwirren und Sicherung raus und so  =)
Und das Haus ist aber erst BJ 95  :(

Gruß

Antonino

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #7 am: 28. August 2007, 16:21:27 »
Also, erstmal danke für die vielen Hinweise und Tipps!

Es handelt sich um ein 9 Jahre altes Haus, das wir kürzlich gekauft haben und gerade renovieren. Ich will zum einen einfach alle Steckdosen austauschen (die alten waren etwas schmuddelig), zum anderen gab es z.B. an der Wand in der Küche nur eine Dose. Da habe ich zwei Löcher dazu gebohrt, um - wie halt auch in Deutschland - eine Dreifachsteckdose zu haben.

In D nimmt man dann einfach 3 Steckdosen mit einem passenden Rahmen drumherum. Sowas scheint aber in F ziemlich unüblich zu sein... War heute bei Castorama in Mulhouse. "Bezahlbare" Steckdosen gibt es immer nur einzeln. Für Zweier- oder Dreier-Lösungen gibt's nur was von "Legrand" - ziemlich teure Angelegenheit! Deswegen dachte ich an dt. Steckdosen.

Allerdings habe ich auch ein wenig die Befürchtung, dass die Versicherung Probleme machen könnte, falls tatsächlich mal was passiert. Beim Googeln habe ich zwar die franz. Norm NF C 15-100 (http://www.epsic.ch/pagesperso/schneiderd/Instal/NIBT/FR_gener.htm) für Elektroinstallationen gefunden, aber da steht eigentlich nicht konkret, dass es die typisch franz. Steckdosen sein müssen!? Bei Versicherungen bin ich aber immer skeptisch: Die finden ja meistens einen Grund, um nicht zahlen zu müssen...

Hm, ich glaube, ich nehme lieber die französischen. Wer weiß?

Offline Uwe

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Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #8 am: 28. August 2007, 21:42:21 »
Hallo,

zunächst zur Frage.
Du kannst ohne weiteres deutsche Steckdosen verwenden, wenn Sie zusammen mit dem VDE Zeichen ein CE Emblem haben. Ich habe diese Diskussion anderweitig schon durchgefochten.
Nimm die Steckdosen aber bitte nicht aus finanziellen Gründen ohne nachzudenken vom Baumarkt.
Es sollte schon eine entsprechende Marke sein. Die Hersteller sollten heißen Jung/ Gira/ Merten/ Busch Jaeger/ Legrand oder Berker, außerdem gibts da noch die Firma mit dem großen "S". Das Warum würde hier den Rahmen sprengen.
Glaub mir einfach das es Qualitätsunterschiede gibt, auch wenns nur ne Steckdose ist.
Aus elektrotechnischer Sicht muß ich allerdings sagen das die französischen Steckdosen prinzipiell besser aufgebaut sind. Aber auch hier gilt Markenhersteller verwenden.

Zum Querschnitt folgendes es ist in D tatsächlich noch erlaubt 1,5qmm zu verwenden es galt lange Zeit die pauschale Formel bei nicht mehr als zwei belasteten Adern und 16A Absicherung 1,5 zu verlegen(sehr vereinfacht). Bei richtiger Einhaltung der Normen in denen z.B.: Temperatur, Verlegeart und Strom- Zeitkennlinien berücksichtigt werden aus denen die Leitungslänge resultiert kommt man bei einer B16A Sicherung mit 1,5qmm wenn man Pech hat gerade noch 4-5m weit, ergo nimmt man 2,5 qmm oder man sichert runter bis z.B.: B6A.

Meines Wissens sind in Frankreich Steckdosen auch in 1,5 qmm zugelassen und das bei 3 belasteten Adern also 5 adrig. Da bin ich mir aber nicht so sicher.

Fakt ist das hüben wie drüben kein verantwortlicher Elektriker noch Steckdosen mit 1,5 verlegt und wenn doch weiß er wie er diese richtig abzusichern und zu prüfen hat.

Dies beantwortet auch die Aussage zu den deutschen Steckdosen und dem Querschnitt. Selbstverständlich werden in D die Steckdosen mit Anschlüßen bis 2,5 hergestellt, dies ist seit mindestens 15 Jahren Stand der Technik.
(sorry Toyotafan ist aber so).

Nebenbei die angesprochen 2er oder 3er Steckdosen die wie ich vermute in einer Schalterdose angeklemmt werden sind in D verboten. Es ist mir unerklärlich warum diese noch verkauft werden dürfen.

Warum die Franzosen so hohe Querschnitte 4/6qmm zu hochlastigen Verbrauchern wie Herd etc. legen kann ich mir nur aus dem Tarifgebinde erklären. Wobei natürlich eine Lastberechnung vorhergehen muß. In Frankreich werden noch sehr viel einphasige Zähler eingesetzt, dies wird auch Tarifmäßig unterstützt. Bei einphasiger Last entsteht eine höhere Belastung auf dem Zuleitungsdraht anstatt bei dreiphasiger Versorgung wie sie in D zu mind. 80% verbreitet ist. Daher kann man beruhigt einen kleineren Querschnitt verlegen.

Die Absicherung des N-Leiters ist unangefochten eine gute Sache und wird in D auch kommen, hier sind mir allerdings noch keine Termine bekannt. Bei den N-Leitern aufpassen das man diese nicht nach dem Stromkreis mit anderen Kreisen vermascht, kann echt unangenehm werden. Hab hier im Ort schon 2-mal deswegen bei Nachbarn Elektrodetektiv spielen müssen.

FI`s sind in D übrigens seit ich glaube 2006 Pflicht allerdings mit Übergangsfrist bis 2009. In Bädern und anderen besonders gefährdeten Räumen sowieso schon seit 30 Jahren.

So ich denke ich habe mit meiner Besserwisserei jetzt genug genervt und laß euch vorläufig zufrieden.

Ciao
Uwe

P.S.:
Bei französischer E-Installation ist Pit57 hier im Forum eigentlich der Richtige, aber der ist leider schon etwas länger  nicht mehr online (Urlaub).

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #9 am: 18. September 2007, 20:35:13 »
Hi,

Obendrein passen d Schukostecker in f Steckdosen, aber die f Stecker passen nicht in d Steckdosen, d.h. mit jedem f Gerät kann man sich dann auch gleich einen Adapter zulegen, wenn man d Steckdosen hat.
Zusätzlich kann ich mir auch vorstellen, dass der Wiederverkaufswert des Hauses fällt, denn wer will in F schon ein Haus mit d Steckdosen?

Gruss, Dieter

mausespeck007

Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #10 am: 19. September 2007, 07:34:35 »
Erst mal H a l l o Zusammen,

Wie so deutsche Steckdosen in französischen Häusern / Wohnungen ???, lasst doch Deutschland in Deutschland und Fankreich in Frankreich, andere Länder andere Standards, ich finde es gut so, währe doch echt bescheiden wenn in aller Herren Länder deutsche Steckdosen verbaut wären oder?=D
Wir haben in Frankreich mit einem französischen Bautunternehmem gebaut und wir sind zufrieden mit den französichen Steckdosen / Steckverbindungen  :eijoo:

Gruß
Markus

Offline khmer

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Re: Deutsche Steckdosen in F einbauen?
« Antwort #11 am: 20. September 2007, 01:46:10 »
@Pit57, Dieter und mausespeck007,

Ihr trefft den Nagel auf den Kopf!

A+
khmer

 

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