Krankentransport grenzüberschreitend

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Krankentransport grenzüberschreitend
« am: 06. März 2018, 10:29:38 »
Hallo,
leider kann ich zu meiner folgenden Frage nichts im Forum finden.
Ist es möglich als Grenzgänger (Wohnsitz Frankreich- Arbeitgeber Deutschland, in Besitz der dt. Krankenkarte und der Carte Vitale) im Notfall einen französischen Krankenwagen kommen zu lassen und diesem den Wunsch zu äußern sich in ein Krankenhaus auf deutscher Seite fahren zu lassen? Oder gibt es die Möglichkeit die deutschen Kollegen sogar grenzüberschreitend zu beauftragen?
Es geht hier speziell um Notfälle wo ein Krankenwagen unabdingbar ist und man sich nicht mehr selbst ins Auto setzen kann (Knochenbrüche, Herzattacke, Verbrennungen etc.). In meinem Fall ist die Klinik Saarlouis genau so weit entfernt wie St. Avold. Von daher würde der Grund der längeren Strecke nicht greifen.

Danke für eure Erfahrungen.

Offline Ralph

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Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #1 am: 06. März 2018, 12:46:24 »
Für unsere Region - ganz klares nein. Bin aber auch nach 2 Seiten ca. 60/70 km von jeder Grenze entfernt.
Die fahren Dich dahin wo sie wollen bzw. dürfen.
Wir haben hier ein KKH im Elsass und eines in Lothringen.
Ziemlich genau gleich entfernt.
Viele würden lieber in das im Elsass gehen.
Die Urgence fragt aber nicht wohin man will.
« Letzte Änderung: 14. April 2018, 03:42:38 von Ralph »
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.  Curt Goetz

Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #2 am: 06. März 2018, 18:01:50 »
Hallo,

wie die rechtliche Situation aussieht kann ich dir nicht sagen, aber ich habe mir diese Frage auch schon öfters gestellt.
Allerdings habe ich zu meiner Überraschung vor kurzer Zeit einen deutschen Krankenwagen (vermutlich vom Winterberg) in F-Alsting gesehen. Die waren gerade dabei jemanden einzuladen.

Also folgere ich mal daraus, daß er auch nach Deutschland gefahren wurde.

Anbei mal ein Artikel indem auch jemand nach D gefahren wurde.

https://www.rettungsdienst.de/nachrichten/erster-deutscher-rettungseinsatz-in-frankreich-1256

Aber ich gehe mal davon aus, daß es vermutlich auch hier wieder keine klaren Regelungen gibt, sondern man auf die "Willkür" der entsprechenden Rettungskräfte angewiesen ist.
« Letzte Änderung: 06. März 2018, 18:15:12 von Schnaeggschje »

Offline Bingo

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Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #3 am: 06. März 2018, 19:10:14 »
Der dt. RTW kommt auch nach F. Es ging dann direkt in die Klinik in SLS.
Hatte damals in der Klinik angerufen wurde weitergeleitet und diehaben den RTW geschickt.

Offline ULZI

Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #4 am: 07. März 2018, 06:46:51 »
Mich hat das Thema auch interessiert, ich bin Herzkrank und das nächste Krankenhaus in Thionville ist 35 km entfernt.
Zur Klinik in Merzig sind es nur 11 km.
Also habe ich beim Rettungszweckverband Saarland nachgefragt und bekam umgehend folgende Antwort per E-Mail:

die rechtliche Grundlage für rettungsdienstliche Einsätze von französischen Kräften in Deutschland, bzw. dem deutschen Rettungsdienst in Frankreich wurde im Jahr 2005 in einem Rahmenabkommen  und  2006 in einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Lothringen und dem Saarland geschaffen. Sinn der Regelungen zur Vorgehensweise im grenzüberschreitenden Rettungsdienst ist es, gemeinsam eine optimale Vorgehensweise bei einem medizinischen Notfall und/oder Unfall in Grenznähe abzustimmen und bei Bedarf auch auf die jeweils anderen Einsatzkräfte zurückgreifen zu können.

Dieses Abkommen ermöglicht deshalb vom Grunde her den Einsatz von deutschen Rettungskräften in Frankreich unter bestimmten Voraussetzungen. Es bleibt aber festzuhalten, dass zunächst prinzipiell der Rettungsdienst des jeweiligen Landes zuständig ist. Bei einem auf französischem Gebiet befindlichen Einsatzort in bedeutet dies, dass zunächst die jeweils zuständige Leitstelle, in diesem Fall das „Centre de Regulation" in Metz informiert wird. Es wird in Abstimmung mit diesem entschieden, ob sich ein deutsches Fahrzeug deutlich näher am Einsatzort befindet und deshalb eine kürzere Anfahrtszeit hat oder zur Unterstützung bei mehreren Verletzten benötigt wird. Dann kann -nach Zustimmung der Französischen Leitstelle- der deutsche Rettungsdienst alarmiert und zur Einsatzstelle geschickt werden. Andernfalls wird das reguläre französische Rettungsfahrzeug entsandt. In Ihrem Falle befindet sich die nächste Rettungswache -nach unserem Kenntnisstand- in Bouzonville bzw. Sierck lB.
In Waldwisse wurden –wegen der absoluten Grenznähe- bereits einige Einsätze durch den deutschen Rettungsdienst abgewickelt, Bouzonville hingegen liegt zu weit hinter der Grenze, zumal dort Ressourcen vorgehalten werden.

Diese Regelung implementiert ausdrücklich  n i c h t  den Anspruch auf ein deutsches Rettungsmittel auf französischem Gebiet.

Der Notruf selbst kann dabei sowohl über die französische Leitzentrale "Centre 15" (Rufnummer 15 im französische Festnetz oder 112) oder über die deutsche Rettungsleitstelle Rufnummer 0049 681 19222 (oder Mobiltelefon 112, wenn in deutschen Funkzelle) in Saarbrücken erfolgen, von wo aus -wie oben beschrieben- das Hilfeersuchen zunächst nach Frankreich weiter vermittelt wird, u.U. unter Zu Hilfenahme von zweisprachigen Kollegen.

Die Wahl des Zielkrankenhauses hängt maßgeblich vom Patientenwille und von der Eignung des Zielkrankenhauses ab. Der Transport durch den französischen Rettungsdienst, z.B. nach Saarlouis stellt dabei kein Problem dar.


Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #5 am: 08. März 2018, 09:19:13 »
Vielen vielen Dank für die tollen Auskünfte!! :doppeld: :doppeld: :doppeld:

Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #6 am: 13. April 2018, 15:15:13 »
Diese Frage ist zwar gut und schön.
Was nützt jedoch, wenn zwar ein deutsches Krankenhaus angefahren werden kann, man dann keine Wahl hat in welches deutsche Krankenhaus.

In Saarlouis gibt es zwei. In eines davon möchte ich nicht gebracht werden! Dann lieber in ein französisches. Wieso sollten denn die französischen Krankenhäuser schlechter sein als die Deutschen? Erklärt mir das bitte mal.

Diese gewissen problematischen Krankenhauskeime gibt es bevorzugt in vielen deutschen Krankenhäusern. Ob es solche Risiken in französischen auch gibt, wird weder diskutiert noch hinterfragt.

Ich bat meinen Hausarzt um eine Überweisung in die Sportmedizinische Klink Kaiserslautern, weil die Spezialisten für Leistenbrüche sind. Neue Methoden können, die minimalst Invasiv sind. Tja, mir wurde gesagt, das Dillinger Krankenhaus hat auch Spezialisten, die das können. Die konnten das super. Morgens 7 Uhr hin, 11 Uhr Operiert, um 18 Uhr durfte ich nach Hause.

Nun kommt es. Diese Spezialisten wurden in französischen Krankenhäusern für diese Methode ausgebildet!
Nix mit deutscher Uniklinik. Die Franzosen waren deutschen Kliniken voraus.

Wieso haben einige Grenzgänger eine bewusste oder unbewusste Abneigung gegen französische Organisationen?
Ich bitte um verständliche Erklärungen, nachvollziehbare Argumente.
Ich verabscheue ihre Meinung, doch ich werde mein Leben lang dafür kämpfen, daß sie sie äußern dürfen! (Voltaire)

Re: Krankentransport grenzüberschreitend
« Antwort #7 am: 13. April 2018, 15:47:47 »
Hallo Helmut,

schön, dass du dich auch zu Wort meldest.
Ich glaube dein Beitrag hat nichts mit der eigtl Fragestellung zu tun und ist daher in diesem Thread fehl am Platz.
Es ging nicht um die Klärung qualitativer Ansätze, sondern um die Frage, welche Möglichkeiten es im grenzüberschreitenden Grenzgebiet gibt bzgl. Transport und Krankenhauswahl.
 
Es ist gut, dass die Forenmitstreiter mir und auch anderen ihre Erfahrungen mitgeteilt haben, damit nun jeder weiß, was er in einer Notsituation tun kann bzw. welche Möglichkeiten man hat.

Für dich könnte dies ja auch durchaus von Interesse sein. Es ist es doch gut zu wissen, dass du dem Krankentransport trotz einer näherliegenden deutschen Klinik den Wunsch äußern kannst, dich in ein frz. Hospital einweisen zu lassen oder nicht?!

Niemand hier im Forum hat wertend über die Qualität der beiden Systeme gesprochen.

Du solltest daher den Unmut oder deine Unzufriedenheit nicht an anderen rauslassen.

Ein schönes WE Helmut =)

 

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